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Trient – In den Walliser Alpen entsteht eines der leistungsfähigsten Pumpspeicherkraftwerke Europas. Siebzehn Kilometer Stollen wurden aus den Felsen neben dem Stausee Vieux-Emosson ausgebrochen, die gewaltige Baustelle erstreckt sich über 400 Höhenmeter.

 

Zehn Jahre lang dauern die unterirdischen Bauarbeiten, 1.7 Mio m3 Gestein werden ausgebrochen, rund 400 Arbeiter sind am Jahrhundertbauwerk zwischen Martigny und Chamonix beschäftigt. Das Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance soll ab 2018 rund 2.5 Milliarden kWh Strom pro Jahr erzeugen. Eine ehrfurchtsgebietende Leistung, welche die Ingenieure, Stahlbauer und Bauarbeiter täglich unter den schwierigsten Bedingungen erbringen, tief im Innern des Felsens.

 

Untertage-Gerüstbau
Um das Wasser für die Energieerzeugung vom höher gelegenen Stausee Vieux-Emosson zum tieferen Stausee Emosson fliessen zu lassen, müssen gewaltige Stahlrohre mit Durchmessern von bis zu 7.1 Metern in den Felsen eingelassen werden. Für die Installation dieser Druckleitungen wurde die xBau AG mit der Erstellung der dafür benötigten Gerüstungen beauftragt. Bis zu zehn Mann gleichzeitig haben seit 2014 rund 8’400 Stunden in den Stollen gearbeitet.

 

dsc03155Augenmass reicht nicht
Bis zu 50 Meter hohe Gerüste, Treppentürme und Schutztunnel müssen unter, um und manchmal sogar in die Stahlrohre gebaut werden. Dabei ist höchste Präzision gefordert. Um durch Rohrkrümmungen hindurch nach oben zu bauen, müssen die Gerüste millimetergenau eingepasst werden, für Fehler ist buchstäblich kein Platz vorhanden. Von Projektleiter Tom Iseli und seinem Team wird höchste Flexibilität gefordert, abhängig vom Baufortschritt müssen in kürzester Zeit Gerüste erstellt werden, um die montierten Druckleitungsrohre für die Schweisser-Teams zugänglich zu machen. Die Rohre werden horizontal und vertikal installiert, mal in riesigen, aus dem Berg gehauenen Hallen, mal in äusserst beengten Verhältnissen, wenige Zentimeter vom Gestein entfernt. Ein Alptraum für einen Gerüstbauer eigentlich… oder ein Traum, wenn man wie das xBau Team mit Stolz und Begeisterung immer wieder einfache Lösungen für die komplexesten Herausforderungen sucht und findet.

 

Anspruchsvollste Logistik
Alleine die Logistik – sie bleibt wohl ein Alptraum, denn auch eine einfache Lösung hilft manchmal nicht, 100 Tonnen Gerüstmaterial einen Berg heraufzuschaffen, wenn die Zufahrt wegen Schneemassen gesperrt werden muss. Und auf dem Berg heisst noch nicht, im Berg. Die einzelnen Baustellen liegen innerhalb des Berges bis zu 10 Kilometer auseinander, auf den gut ausgebauten, aber engen Zufahrtsstollen können nur LKW’s ohne Anhänger manövrieren. Die ohnehin knapp bemessenen Lagerplätze müssen gut gewählt und koordiniert sein.

 

dsc03090Teil des Teams
Dem Alptraum zum Trotz, die Projektleiter und Monteure der xBau AG sind zu Recht stolz darauf, einen wichtigen Beitrag zu einem für die Schweiz wichtigen Bauwerk zu leisten und ein Teil dieses grossartigen Teams zu sein. Denn im Innern des Berges kann man nicht einfach nebeneinander arbeiten, man muss zusammenarbeiten. Dem Betrachter wird schnell klar, dass alle am Bau Beteiligten, egal aus welcher Firma, aus welchem Land oder aus welcher Branche sie kommen, sich als grosses Team verstehen. Der Schweisser braucht Vertrauen in den Gerüstbauer, der ihm eine Plattform über einem 400 Meter tiefen Schacht errichtet. Der Gerüstbauer braucht Vertrauen in den Kranführer, der ein tonnenschweres Teil wenige Zentimeter am Gerüst vorbeimanövriert. Und so begegnet man sich im Berg, mit Respekt und Vertrauen.

 


In Kürze:

Bauherr
Nant de Drance SA

Unsere Partner
Andritz Hydro GmbH, Wien
H. Erne Metallbau AG, Leuggern
Marty Korrosionsschutz AG, Jona
ABB Switzerland, Zürich

Eingesetzte Systeme
AR-Gerüste
Treppentürme
CD-Träger

Ausmasse
Ca. 100 Tonnen Gerüstmaterial

Montagezeit
2014 bis 2016, rund 8‘400 Stunden

Eingesetztes Montageteam
Bis zu 10 Monteure


 
Weitere Informationen:
xBau AG
Schaffhauserstrasse 56
8500 Frauenfeld
Tel. 052 748 04 04
info@xbau.ch
www.xbau.ch