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«Das hat man immer so gemacht, das machen wir jetzt nicht anders». Mit dieser Denkweise kommt man heute nicht weit. Auch nicht auf dem Bau, wo traditionelles Handwerk noch immer eine grosse Bedeutung hat. Wer sich gegenüber neuen Technologien verschliesst, wird über kurz oder lang den Anschluss verpassen und vom Markt verdrängt.

 

Autor: Eric Reichenbach

So haben unsere Mitarbeiter die spannende Herausforderung angenommen, sich mit einer für sie in der Praxis neuen Schalungstechnik auseinanderzusetzen. Ihre Bereitschaft und ihr Engagement dafür haben wesentlich dazu beigetragen, dass wir den Zuschlag für einen grossen Auftrag erhielten. Dank rascherem Baufortschritt konnte hier nicht nur der ehrgeizige Zeitplan eingehalten, sondern auch einiges an Kosten gespart werden. Dass wir dabei auch allen Vorgaben bezüglich Sicherheit und Qualität gerecht wurden, erachten wir als selbstverständlich.

 

Stahlschalungen auf dem Vormarsch
Während in der Deutschschweiz nach wie vor Betonschalungen aus Holz das Bild der meisten Baustellen prägen, vertraut man in der Romandie – wie in Frankreich – schon seit Längerem auf Stahlschalungen. Weil sie wesentliche Vorteile bezüglich Sicherheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit bieten, setzen sie sich auch hierzulande mehr und mehr durch. Wandschalungssysteme aus Stahl sind eine optimale Ergänzung zu herkömmlichen Rahmenschalungen. Für normal hohe Wände sind sie ebenso geeignet wie als Alternative zum Klettern in die Höhe. So lassen sich auch grosse, bis zu 15 Metern hohe Wände in einem Guss betonieren. Gerade bei Sichtbeton, wo aus architektonischer Perspektive fluchtgenaue und oftmals möglichst fugenfreie Wandflächen erwünscht sind, erweist sich dies als grosses Plus. Absolut genial erweisen sich die Befestigung der Aussparungen mit den Magneten, viel schnelleres Ausschalen ist möglich weil kein Hebeeisen mehr nötig ist, die Schalung wird mit ihrem Eigengewicht leicht gekippt und fertig.

 

Hoher wirtschaftlicher Nutzen
Nebst einem sauberen Schalungsbild mit glatter Oberfläche sind weitere technische Vorzüge zu nennen: Dank integrierter Betonierbühne und einfachster Handhabung aller zu bedienenden Teile ist die Arbeitssicherheit beispielhaft. Und infolge der reduzierten Schal- und Betonierungsetappen lassen sich auch die Termine optimieren. Dies bringt nicht zuletzt wirtschaftlichen Nutzen in Form von tieferen Kosten mit sich und kann damit zu einem nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil führen.

 

 

Kunden sind überzeugt
Hochwertige Stahlschalungen sind für eine Druckaufnahme von 15 Tonnen pro Quadratmeter konzipiert. Mit einer 5 mm dicken und durchgehend rostfreien Schalhaut aus einer speziellen Edelstahl-Legierung zeichnen sie sich durch eine hohe Lebensdauer aus. 2000 Arbeitseinsätze mit Schalen und Betonieren auf höchstem Niveau sind damit möglich. Die seit 20 Jahren bewährten Hussor Stahlschalungen aus dem Elsass werden in der Schweiz von der Sobatech AG zur Miete angeboten – Service, Support und Zusammenarbeit auf der Baustelle inbegriffen. Beim nachfolgend beschriebenen Neubauprojekt zur Erweiterung der ARA Neubrück hat sich die Wirz AG Bauunternehmung diese zukunftsweisende Technologie zunutze gemacht. Mit allerbesten Erfahrungen.

 

Ein Gespräch mit dem zuständigen Polier Marco Tribastone

Spektrum Bau: Herr Tribastone, was sind Ihre wichtigsten Erfahrungen beim erstmaligen Einsatz von Stahlschalungen?
Marco Tribastone:
Da möchte ich zuerst die gute Zusammenarbeit mit dem Schalungslieferanten hervorheben, der unsere Schalungsequipe umfassend instruiert und bis zur ersten Betonage begleitet hat. Danach konnten unsere Leute absolut selbstständig arbeiten, was sie auch mit viel Freude taten. So komfortabel und sicher haben sie sich in grosser Höhe kaum je gefühlt.

 

Spektrum Bau: Was heisst das konkret?
Marco Tribastone: Das erforderliche Zubehör und sämtliche benötigten Werkzeuge sind immer direkt an der Schalung angebracht und verfügbar. Zwischen zwei Etappen muss also nicht alles sortiert, weggeräumt und neu bereitgestellt werden. Alles ist an der Schalung immer parat. Und anstatt mit Leitern, arbeitet man auf integrierten festen Bühnen mit Rundumschutz. Natürlich sollte man auch da möglichst schwindelfrei sein, wenn man fast zwanzig Meter über Boden arbeitet.

 

Spektrum Bau: Wie sind Sie bei der Armierung vorgegangen?
Marco Tribastone: Mit den vielen Aussparungen und Einlagen in den Wänden war sie ziemlich kompliziert. Die Armierungen wurden mit allen Anschlüssen und sonstigen Einlagen auf dem Platz direkt bei der Baustelle vorfabriziert und dann mit dem Kran versetzt.

 

Spektrum Bau: Gab es auch kritische Momente?
Marco Tribastone: Es gab spezielle Situationen, wo wir einiges improvisieren mussten. Das hatte aber weniger mit der Schalungstechnik, sondern mehr mit den stellenweise beengten Platzverhältnissen zu tun. Und sonst kann man immer noch die Bühnen demontieren.

 

Spektrum Bau: Ihr abschliessendes Fazit?
Marco Tribastone:
Für einige Zeit wurde uns ein Arbeiter von einer anderen Baustelle zugeteilt. Als er nach etlichen Wochen wieder zu seiner angestammten Gruppe abgezogen wurde, war er ziemlich unglücklich. Das sagt wohl alles.

 

Weitere Informationen:
SOBATECH AG
Rue Bellevue 5
2206 Les Geneveys-sur-Coffrane
Eric Reichenbach
Bereichsleiter Stahlschalungen Deutsche Schweiz
Tel. +41 79 610 86 28
reichenbach@sobatech.ch
www.sobatech.ch