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Mit dem Gründungsjahr 1969 gehört die Plyfa Schalungen AG in 6314 Unterägeri zu den etablierten Schalungslieferanten in der Schweiz –sie hat die Branche seither entscheidend mitgeprägt. Neben der Lieferung von Standardprodukten macht Plyfa immer wieder mit Innovationen und Sonderlösungen auf sich aufmerksam. Dank der überschaubaren Grösse und Flexibilität kann Plyfa schnell auf individuelle Kundenwünsche und neue Marktsituationen reagieren.

 

Spektrum Bau hatte Gelegenheit, mit dem Geschäftsführer der Plyfa Schalungen AG,  6314 Unterägeri, Herrn Martin Koch, das nachstehende Interview zu führen. Besten Dank.

 

Spektrum Bau: Wie positionieren Sie aus Ihrer Sicht Plyfa im Schweizer Schalungsmarkt: Mittelgross? Innovativ? Flexibel?
Plyfa:
Wir haben uns schon immer als „Nischenanbieter“ verstanden, positionieren uns aber auch vermehrt in Grossbaustellen. In der heutigen Zeit gewinnt es immer mehr an Wichtigkeit, unsere Kunden schnell und flexibel mit der bestmöglichen Lösung bedienen zu können. Gemäss unserer Philosophie legen wir viel Wert darauf, immer auf die Bedürfnisse und Anforderungsprofile unserer Kunden einzugehen. Daraus erfolgen praxiserprobte Innovationen, die sich auch in unser Standardportfolio integrieren lassen. Mit unserem internationalen Netzwerk können wir zu den Mittelgrossen gezählt werden, was Nachhaltigkeit verspricht, aber auch die nötige Flexibilität wahrt, da es sich auch bei unserem Partnergesellschaften um mittelständische Betriebe handelt. Allen voran  auch unsere Schwestergesellschaft und Produzent der Stahlrahmenschalung: Ghi Formwork GmbH, Deutschland.

 

 Spektrum Bau: Wie gross ist der Anteil der Schalungssysteme, die inhouse in Unterägeri hergestellt werden?
Plyfa:
Unser Produktionsbetrieb in Unterägeri setzt im Schwerpunkt auf Holzkonstruktionen (Sonderschalungsbau/Spezialschalungsbau), Schalungssanierungen aller Art sowie Lärm- und Sichtschutzwände für den Wiederverkauf. Dazu kommen kleinere, meist produktbezogene Stahl- und Aluminiumkonstruktionen. Dies macht neben dem Systemschalungsbereich für Wand und Decke, der Vermietung und dem Komponentengeschäft ca. 25% unseres Umsatzes aus.

 

Spektrum Bau: Erweist sich Ihr Firmenstandort als vorteilhaft und sind Sie bezüglich Lieferbereitschaft  gut aufgestellt?
Plyfa:
Der Standort Unterägeri im Herzen der Schweiz ist sicherlich ein Vorteil für uns und unsere Partner – da wir für sämtliche Kunden in der Deutschschweiz in annehmbarer Nähe sind. Infolge unseres ausserordentlichen Wachstums seit 2011/2012, mussten wir die Infrastruktur laufend erweitern. Seit dieser Zeit haben wir einen Logistikstandort in 9200 Gossau – direkt an der Autobahn A1 und in relativer Grenznähe. An diesem Standort werden ebenfalls Sanierungstätigkeiten durchgeführt und befindet sich das Lager für Gebrauchtmaterial aller Art (Fremdsysteme) sowie das Kauf- und Mietlager für Deckenmaterial. Mit der physischen Aufteilung und Trennung der Lager dieser zwei Standorte nach Teilmärkten, konnten wir unsere Kapazitäten sowie die Geschwindigkeit und Flexibilität noch weiter steigern.

 

20160916Spektrum Bau: Sind Ihre Schalungssysteme für bestimmte Bauwerksarten prädestiniert oder eignen sie sich gleichermassen für Einsätze im Wohnungsbau, Industriebau, Hochhausbau, Infrastrukturbau?
Plyfa:
Unsere Stärke liegt darin, dass wir für  jedes Bauvorhaben passende Lösungen parat haben, weil wir deren spezielle Bedürfnisse kennen. Unsere Kernkompetenz liegt klar in der Spezialschalung, dort, wo die Systemschalung nicht mehr zum Ergebnis führen kann. Das kann bei allen Bauwerksarten Prädestinierungen für uns haben. Anforderungen mit speziellen Geometrien, Schikanen an der Baustelle oder am Objekt, spezielle Anforderung an Sichtbeton oder einfach ein verformter Körper – dafür sind wir die Spezialisten. Dank unserer langjährigen Erfahrung als Schalungssanierer aller Systemrahmenschalungen profitieren wir auch von einem umfangreichen Know-how, welches in unser neues Stahlrahmenschalungssystem eingeflossen ist. Neben dem maximal ausgereizten Qualitätsstandard der Produkte, sind wir auch in der Lage, durch kleine Systemadaptierungen das Optimale für jeden Kunden zusammenzustellen. Unser Mietpark für Wand- und Deckenschalung ist so ausgelegt, dass wir vom Einfamilienhaus bis zur Deckenschalung eines Industriegebäudes mit hoher Last und hohen Raumhöhen alles abdecken können. Unsere Mietsätze sind transparent und kalkulierbar.  Wir arbeiten „unkonventionell“, könnte man behaupten. Denn wir verrechnen nach Quadratmeter – und nicht etwa nach Prozenten der Preisliste, wie es üblich wäre. Wir denken, dass es unsere Kunden schätzen, dass wir  etwas anders sind und die gleiche Sprache sprechen wie sie.

 

Spektrum Bau: Es gibt Schalungen aus Stahl, Holz, Alu, Kunststoff und Kombinationen davon. Auf welches Material setzten Sie und warum?
Plyfa: Das ist ganz individuell. Wir kennen die Stärken und Schwächen  all dieser Materialien. Für spezielle Geometrien und beste Sichtbetonergebnisse und meist bezogen auf die geforderten Einsatzzahlen (Preis-Leistung) empfehlen sich hier Holzkonstruktionen. Für Baumeister die vorrangig kranunabhängig arbeiten oder im Umbau tätig sind, aber mit wiederkehrenden Objekten arbeiten, empfiehlt sich eine Aluminiumschalung. Das Gros der Objekte in der Schweiz kann mittels einer kranabhängigen Stahlrahmenschalung erstellt werden. Aber auch hier liegt der Mehrwert im Detail. So bieten wir neben der optimalen, wenn nötig umfassenden Systemadaption, auch die Möglichkeiten an, entsprechend der Arbeitsweise, Anforderung und Investitionsbereitschaft, z.B. Elementhöhen, Schalhaut usw. passend auszuwählen. Dank unserem grossen Erfahrungsschatz, neuen Produkten und Innovationen, können den Kunden praxisorientiert und neutral beraten. Natürlich gibt es auch Fälle, wo auch eine Stahlrahmenschalung an ihre Grenzen stösst. Aber auch für extreme Frischbetondruckaufnahmen oder spezielle Sichtbetontypen, bieten wir entsprechende Lösungen an. Dies können auch Schalungen sein, die alle der genannten Komponenten in einem System vereinen. Aktuell haben wir gerade Testphasen für eine neue Holz-Kunststoffplatte für Deckentische abgeschlossen. Und neu haben wir eine Aluminium-Schalung im metrischem Raster und plattenbettfreien Rosten die individuelle SB-Typen ermöglichen. Eine weitere Innovation wird Anfang 2017 eingeführt – eine 100 kN-Stahlrahmenschalung mit Vollkunststoffschalhaut mit wahlweise einseitigem Ankersystem.

 

Spektrum Bau: Die Schalungstechnik bewegt sich auf einem hohen Niveau. In welcher Beziehung kann noch optimiert werden: leichtere Bauweise? Schnellere Montage?
Plyfa:
Ich glaube der Fokus muss darin liegen, dem Preiszerfall der jüngsten Vergangenheit im Baugewerbe dadurch entgegenzuwirken, dass  a) die Langlebigkeit der Systemschalung bedeutend gesteigert werden kann, b) durch Schnelligkeit die Leistungswerte der Baumeister und Akkordunternehmer optimiert werden können und c) durch verschiedenste Massnahme die Systeme dahingehend zu optimieren, dass die Materialbewirtschaftung und die Logistik eindeutig verbessert wird. Grundsätzlich muss man aber immer alle Faktoren einschliessen. Eine leichtere Bauweise steht immer im Kontra zur Widerstandfähigkeit und Frischbetondruckaufnahme. Die beiden Faktoren in einem System zu verbinden, ist sehr schwierig oder verteuert ein Produkt so sehr, dass es uninteressant wird. Ein Faktor, der auch immer mehr Gewicht erhält, ist das Thema Arbeitssicherheit. In unserem neuen Schalungssystem KN 80 (Nachfolgemodell der TriTec-Schalung) versuchen wir insbesondere, die oben erwähnten Faktoren a), b) und c) erfolgreich in einem System zu integrieren. Zu a) Als langjährigen Schalungssanierer kennen wir die Schwachstellen jedes gängigen Schalungssystems – und auch dessen Vorteile. Mit diesem Know-how sind  wir sind zur Überzeugung gelangt, dass wir alle Stahlrahmenschalungen sowie das System-Zubehör ausschliesslich in verzinkter Ausführung anbieten. Weiter haben wir Schwachstellen wie Hebelecken, Rost-, Dellenbildung und Anfälligkeiten auf Deformation so gut wie möglich ausgemerzt. Zu b) Mit welchem Zeitvorteil sich ein System im direkten Vergleich mit einem anderen einsetzen lässt, hängt von folgenden Faktoren ab: mehr Integration von Komponenten bei insgesamt leichteren Baugruppen sorgen für rascheren und „narrensicherern“ Aufbau; sensibel eingebaute Materialverstärkungen erlauben schnellere Betonierzeiten bei Bestwerten bezüglich finalem Betonbild. Alle neuen Plyfa Systeme wurden unter diesen Kriterien geplant und heute dem Kunden so zur Verfügung gestellt. Zu c) Da wir zudem Praktiker und keine Theoretiker sind, wird die neue Schalung neben der Einzelseriennummer per Element, auch im Rahmen unseres Qualitätssicherungsprogramms mit RFID-Chips ausgestattet: alle Daten und Mutationen (Produktionszeitpunkt, Plattenwechsel usw.) werden dokumentiert. Nebeneffekt: wir können unseren Kunden interessante Leasing anbieten, da so Verwechslungen ausgeschlossen werden und zusammen mit einer Softwarelösung auch die Lagerbewirtschaftung zukunftsorientiert hinsichtlich Fragen wie Einsatzort, Einsatzhäufigkeit, Leerzeiten etc. gelöst werden kann.

 

Spektrum Bau: Man kann sicher davon ausgehen, dass die namhaften Schalungshersteller ähnlich gute Produkte haben. Ist es deshalb die Dienstleistungsqualität, die oft den Unterschied ausmacht (Planung, Begleitung des Baus usw.?)
bild-1Plyfa: Wir sind ein Nischenanbieter – gegenüber den „grossen“ Schalungsherstellern „müssen“ wir in punkto Schnelligkeit, Flexibilität und Individualität einfach die Nase vorn haben. Deshalb legen wir auch besonderen Wert auf Beratung und Planung, die eben nicht von vornherein in Lösungen „von der Stange“ münden. Das ist vorzugsweise die Strategie der grossen, internationalen Schalungskonzerne, die sicherlich viele Dinge sehr gut machen. Daneben treten wir bewusst als Eigentümer-geführtes Unternehmen in der Schweiz auf. Unsere Kunden honorieren die persönliche Ansprache, unsere Flexibilität und die Liefergeschwindigkeit. Auf die Gestaltung unserer Systemschalung nehmen wir eindeutig Einfluss durch direkte Prozessbeteiligung bei unserer Partnerunternehmung in Deutschland. In dieser Tiefe erschöpfen sich die Möglichkeiten bei unseren Wettbewerbern. Gerade wir Schweizer haben doch manchmal andere Qualitätsverständnisse, Bedürfnisse und Anforderungsprofile, die nicht immer im Konsens mit dem europäischen Standard stehen. Das sieht man teilweise schon offensichtlich bei Systemschalungen, die für eine standardmässige, in der Schweiz unübliche Wandstärke ausgelegt sind. Weiter haben wir auch stetig die Entwicklung der einseitigen Ankersysteme verfolgt, die derzeitig eifrig von anderen Schalungsherstellern forciert werden. Die Erfahrungen unserer Schweizer Kunden haben wir in das System mit dem Name „Plyfa KN 100“-Schalung einfliessen lassen. Prägnant an diesem System werden zum einen die verwendeten Stahlgüten und Stärken sein und die multifunktional einsetzbaren Universalprofile. Der Rahmen wird komplett feuerverzinkt. Die Schalhaut wird von hinten verschraubt sein. Das Zubehörmaterial der KN 80-Schalung kann übernommen werden. Die Höhen der Schalung werden das bestehende etablierte Muster von 2.70 m und 3.30  m verlassen und angepasst an die Anforderungen vieler Baumeister (Höhe 3.00 m) sowie Akkordunternehmer (Höhe 3.60 m), letztere Höhe, um  ohne Aufstockung (das bedeutet übrigens auch Schnelligkeit) die Ausmass-Einheitspreise kostengünstig zu schalen. Letzteres wird durch einen zulässigen Betondruck von 100 kN pro Quadratmeter bei gering zulässiger Ebenheitstoleranz signifikant unterstützt. Weiter kann die Schalung wahlweise mit den konventionellen Ankersystemen gebunden werden und zwar mit zentraler Bindstelle – oder aber mittels fest eingebautem Adapter einseitig bedienbar gemacht werden. Echte Schweizer Bedürfnisse sind so in ein international beworbenes Produkt geflossen. Keiner unserer Wettbewerber kann so etwas von sich behaupten.

 

Spektrum Bau: Seit längerer Zeit schon liegt der Betonbau im Trend. Dabei ist die Qualität des Betonbildes wichtig. Können Sie in dieser Hinsicht punkten?
Plyfa:
Der Trend der Sichtanforderungen an den Beton hat wieder stark zugenommen, zum Teil infolge expliziter Förderung. Leider muss man aber auch sagen, dass teilweise die verfügbaren Materialien kaum mithalten können. Vor allem bei der Verwendung von Naturprodukten (Holz) kann die Optik von Einsatz zu Einsatz verändern, was für den Baumeister ebenfalls eine Herausforderung darstellt. Mit unserem neu eingeführten System PRIMAX können wir auf spezielle Anforderungen reagieren. Es handelt sich dabei um eine in der Höhe teleskopierbare Schalung, bei der wir Fugenbild und Sichtbetontyp individuell einteilen können – sogar die Anordnung der Bindstellen. Im Bereich Spezialschalungen haben wir schon seit längerem Erfahrungen mit den verschiedensten Platten – und den entsprechenden Versprechen. Jedenfalls scheuen uns davor, Beton „zu verkaufen“, da die Schalung nur ein Faktor auf dem Weg zu schönem Beton ist. Aber wir unterstützen und beraten unsere Kunden gerne.

 

Spektrum Bau: Haben Sie einen bestimmten Renner, eine Spezialität, in Ihrem Schalungsprogramm?
Plyfa:
Wir sind Spezialist! Alle unsere Produkte sind bewährt und von vielen geschätzt. Es gibt eine Vielzahl von Spezialprodukten, die wir gemeinsam mit Kunden entwickelt haben und mittlerweile fast schon zu unserem Standard gehören. Dazu zählen zum Beispiel spezielle Schacht-Aussenseitenelemente, Abschalelemente, universelle Stützenanschlüsse, Brüstungselemente u.v.m. Ein Produkt wird immer dann zum Renner, wenn es einen echten Mehrwert bringt.

 

Spektrum Bau: Wie wichtig ist der Sektor Gerüstbau bei Plyfa? Und haben Sie noch weitere Produkte im Programm?
Plyfa:
Wir wollen Universalpartner und Lösungsanbieter sein für alle Baumeister und Akkordunternehmer. Was wir nicht selbst im Sortiment führen, aber für den Kunden in dem Moment das Beste ist, organisieren wir. Bezüglich Fassadengerüste zeigt die Entwicklung, dass nur noch ein schwindender Teil unserer Kundschaft über eigene Fassadengerüste verfügt. Der Wettbewerb bei immer gleichen Produkten ist entsprechend hoch. Deshalb sind wir dort auch nicht tätig. Allerdings sind wir ein starker Partner, wenn es um Hochlastengerüste geht. Allein dieses Jahr hatten wir Objekte bis 20 m Höhe mit diesem Gerüst bewerkstelligt. Vorteile dieses Aluminium-Rahmengerüstsystems sind seine Schnelligkeit, Einfachheit und das geringe Eigengewicht. Das signifikanteste Bauteil darin ist unser hauseigener Aluminium-H20-Träger mit einer hohen Belastbarkeit, verwendet als Sattel-/Jochträger bei relativ geringem Eigengewicht. Prädestiniert  zur Vermietung.

 

bild-3Spektrum Bau: Die Baukonjunktur hat den Zenit erreicht. Können eventuelle Umsatzrückgänge mit Ersatzneubauten und Sanierungen kompensiert werden? Und werden angesichts der etwas unsicheren Lage vermehrt  Mietschalungen verlangt?
Plyfa:
Die Tendenz hin zur reinen Mietschalung kann derzeit noch nicht auf einen Nenner gebracht werden. Letztes Jahr hatten wir einen immensen Aufwärtstrend bei den Akkordunternehmern gespürt – dieses Jahr scheint es sich wieder zu regulieren. Seit der Einführung unseres Schalungssystems haben wir auf die Vermietung gesetzt und von Beginn an ein Mietlager aufgebaut (Mittlerweile über 7‘500 m2 von der Plyfa KN80-Schalung). Durch unsere internationale Verflechtung könnte auch überzähliges Material verschoben werden in andere Märkte – wodurch wir  sehr flexibel auf den Markt reagieren können. Unabhängig von den KN80-Schalungen, importieren wir aber zurzeit ein Vielfaches mehr an Gebrauchtmaterial als wir exportieren. Zum Glück für uns sind wir seit der Einführung der Systemrahmenschalungen in einem kontinuierlichen Wachstum vor allem dank der Vermietung und der Systemeintauschgeschäfte. Der Bedarf an Spezialschalungen verweilt seit jeher auf einem stabilen Niveau und dürfte sich zukünftig auch nicht ändern Wir sehen derzeit keine Veranlassung, tiefgreifende Strategieänderungen durchzusetzen. In der 47-jährigen Geschichte der Plyfa Schalungen AG gab es immer wieder Bauwirtschaftskrisen – was aber immer wieder für uns gesprochen hat, ist unsere Flexibilität und der Wille besser zu sein. Des Weiteren sind wir seit 35 Jahren auch ein Produzent von Lärm- und Sichtschutzwänden. Mit dem zunehmenden verdichteten Bauen, würde sich unsere Diversifizierung dann verlagern.

 

 Spektrum Bau: Allgemein herrscht in der Wirtschaft eine gewisse Zurückhaltung. Wird Ihr Betrieb durch die Auswirkungen der politischen Entscheide der letzten Zeit (Frankenstärke, Zuwanderungsstopp, Zweitwohnungs-Initiative) negativ beeinflusst?
Plyfa:
Was unsere Kunden spüren, spüren auch wir. Regionale Einbrüche, vor allem in den Regionen welche vom Tourismus abhängig sind, sind nicht wegzureden. Bestimmt wird auch der Zuwanderungsstopp mit unmittelbaren oder Spätfolgen seine Auswirkungen zeigen. Die Währungskrise hat uns den Druck auf den Produktions- und Sanierungsstandort Schweiz spüren lassen. Trotzdem sind wir auch in diesem Bereich marktfähig geblieben, weil bei uns die Beratung, die Dienstleistung, die Wertschöpfung und die Qualitätssicherung alles ab einem Standort erfolgt – und zwar in transparenter Kundennähe. Wir können um einiges schneller und qualitätsbewusster agieren, als ausländische Mitbewerber. Deshalb halten wir auch weiterhin am Produktionsstandort Schweiz fest – für Spezialschalung und Schalungssanierung. Dem allgemein zu beobachtendem Margenverlust begegnen wir erfolgreich durch stetige Innovationsbereitschaft, was letztendlich in Produktivitätsgewinnen seitens unserer Klientel mündet.  Kundenzufriedenheit spricht sich rum. Daher verzeichnen wir trotz negativer Marktgegebenheiten und Markttrends einen stetigen Zuwachs. Auch hilft ein verbilligter internationaler Einkauf, sinkende Margen erfolgreich zu kompensieren.

 

Spektrum Bau:  Auf dem Bau herrscht ein Mangel an echten Fachleuten. Sind Sie als Schalungslieferant deshalb gezwungen, vermehrt Zusatzleistungen auf dem Bau zu erbringen, die der Kunde am Schluss nicht zahlen will?
Plyfa:
Ich glaube, dass die Poliere heute flexibler geworden sind als früher. Es ist alles viel weniger system- oder lieferantenabhängig. Viele Produkte sind in ihrer Anwendung mittlerweile homogen. Einmal erlangtes Wissen lässt sich so leichter auf Nichtfacharbeiter übertragen. Ansonsten bieten wir als Plyfa schon sehr lange verschiedene Unterstützungsleistung an: Montagehilfen, Richtmeister, Baustelleneinweisungen, Abnahmen, Prüfstatiken etc. Was allerdings zu einer immer grösseren Herausforderung wird, sind die steigenden Sicherheitsstandards auf den Baustellen. Dies ist zu einem ständigen und nicht endenden Prozess geworden. Vielleicht hat es indirekt auch mit dem Mangel an echten Fachkräften zu tun. Was wir uns wünschen, ist eine bessere Kommunikation zwischen Architekten bezüglich Vorgaben, Wünschen, Terminen sowie Baumeistern bezüglich Machbarkeit, Kosten und uns als Zulieferer.

 

Spektrum Bau: Ist der Konkurrenzkampf im Schalungsbau ein Preiskampf?  Wie begegnen Sie diesem?
Plyfa:
Natürlich geht es immer wieder um den Preis. Wir bewegen uns dabei nach der Massgabe des Kunden. Was will dieser und wie wird er selbst dafür bezahlt. Wir pflegen dazu Partnerschaften – mit vielen Kunden bereits generationenübergreifend. Wenn unsere Kunden mit unseren Produkten Geld verdienen, diese Produkte qualitativ hochwertig und langlebig sind, der Service  und die persönliche Beratung stimmen, wird es vielleicht auch sekundär, ob ein „anderer“ noch 2% günstiger ist. Schliesslich pokern wir ja nicht – sondern kalkulieren!

 

Spektrum Bau: Sicherheit ist ein grosses Thema auf dem Bau (verschärfte SUVA-Vorschriften).  Sind Sie in dieser Hinsicht gut aufgestellt?
Plyfa:
Spannende Frage. Zurzeit ja, es ein ständiger Prozess. Das Problem ist nicht, die entsprechenden Vorschriften nicht einhalten zu können, sondern dass diese sowohl für uns, als auch dem Baumeister, bezahlt werden .Gewisse Anwendungen strapazieren die Leistungswerte so sehr, dass die Preise grundsätzlich steigen müssten – das Gegenteil ist jedoch der Fall. Wenn kein Geld mehr verdient wird, wird leider meist genau eben in der Arbeitssicherheit gespart. Wenn wir als Schalungslieferanten auch kein Geld mehr verdienen, würde auch die Innovation stehen bleiben. Leider ist dies bei gewissen Komponentengeschäften bereits der Fall.

 

musterwandSpektrum Bau: Verfügt Plyfa über einen guten Bekanntheitsgrad in der Baubranche? Welche Marketingmassnahmen unternehmen Sie regelmässig: Pressewerbung? Ausstellungen? Kunden-Events? Starker Aussendienst?
Plyfa:
Wir können auf einen breiten Kundenstamm zurückblicken – auch wenn noch nicht alle, welche die Plyfa Schalungen AG kennen, wissen, was wir heute alles anbieten. Deshalb sind wir regelmässig im Spektrum Bau zu sehen mit Inseraten – aber auch auf den regionalen Messen – zum Beispiel wieder an der BAUMAG Luzern im Winter 2017. Unsere Meinung ist aber immer noch, dass die Basis einer Partnerschaft durch Vertrauen wachsen muss – und dies läuft im Endeffekt über die persönliche Beratung und über das Zuhören. Wer das kann – kann  von einem starken Aussendienst sprechen. Was wir auch immer wieder gerne anbieten, sind kleine, persönliche Apero-Anlässe an unserem Standort in Unterägeri, wo wir uns gerne mit. Kunden austauschen und uns fachlich vertiefen können. Neugierige, welche an der Produktion unserer Systemrahmenschalung interessiert sind, laden wir auch gerne zu einem 2-Tagestripp nach Deutschland ein, zu einem Besuch der GHI Formwork GmbH.

 


Angaben zum Unternehmen
Plyfa Schalungen AG, 6314 Unterägeri

Gründung: 14.01.1969

Geschäftsleitung: Martin Koch,
Geschäftsführer, Urs Wüthrich

Anzahl Mitarbeitende: 14

Kernkompetenz/ Produkteprogramm:
Spezialschalungsbau aller Art
Planung & Vermietung
Verschiedene Systemrahmenschalungen für Wände, Deckenschalungsmaterial
Schalungsgerüste
Schalungsrevisionen
Engineering
Bauzubehör
Gebrauchtmaterialhandel
Lärm-/Sichtschutzwände

Referenzen:

Speditions-Verteilzentrum Schaffhausen
Komplett am Stück eingeschalte Fläche mit Hochlastengerüst
ARGE Kraftwerk Limmern
Saugrohrschalungen und Sonderschalungen für Turbinen
Europaallee Zürich
Bestückung der kompletten Baustelle mit Wand- und Deckenschalungsmaterial


 

Weitere Informationen:
Plyfa Schalungen AG
Höfnerstrasse  96
6314 Unterägeri
Tel. 041 750 80 07
Fax 041 750 88 60
info@plyfa.ch
www.plyfa.ch